Martin Schläpfer: verwundert seyn - zu sehn (Uraufführung)

Martin Schläpfer: verwundert seyn - zu sehn (Uraufführung)

VERWUNDERT SEYN - ZU SEHN URAUFFÜHRUNG MUSIK Sonaten für Klavier Nr. 6 und Nr. 10 von Alexander Skrjabin sowie „Grande Valse di bravura ‚Le bal de Berne‘“ (Erste Fassung) S 209 von Franz Liszt CHOREOGRAPHIE Martin Schläpfer BÜHNE & KOSTÜME Keso Dekker LICHT Franz-Xaver Schaffer VIDEOTECHNIK Christoph Schödel KLAVIER Denys Proshayev TÄNZERINNEN Ann-Kathrin Adam, Camille Andriot, Sabrina Delafield, Sonia Dvorak, Christine Jaroszewski, Helen Clare Kinney, Anne Marchand, Louisa Rachedi, Aryanne Raymundo, Elisabeta Stanculescu TÄNZER Philip Handschin, Richard Jones, Marcos Menha, Chidozie Nzerem PREMIERE 23. Januar 2015, Theater Duisburg im Rahmen des Ballettabends b.22 Alexander Skrjabin und Franz Liszt - diese beiden gehören für Martin Schläpfer zusammen als herausragende und zugleich vereinzelte Figuren in der Musikgeschichte, beide sowohl Pianisten als auch Komponisten, aber auch originelle Vordenker ihrer Zeit. Mit „verwundert seyn - zu sehen“ kreierte Martin Schläpfer ein neues Ballett zur Musik dieser beiden Tonkünstler, das uns hineinführt in eine von psychischen Zuständen und menschlichen Fragestellungen geprägte Bildwelt. Seine Sonate Nr. 6 hat Skrjabin selbst nie öffentlich gespielt. Zu „alptraumhaft, undurchschaubar, unsauber und hinterhältig“ fand er seine eigene Komposition, zog sie aber dennoch nicht zurück. Die Noten sind gespickt mit Spielanweisungen, die auf Skrjabins ambivalente Gefühle zu diesem Werk hinweisen: „Sonderbar“ und „mysteriös“ beginnt die Sonate, „Angst wallt auf“, einer Passage „mit Wirrnis“ folgt ein „zunehmend beschwingter“ Abschnitt „mit Entzücken“ bis hin zum Zusammenbruch. Die Sonate Nr. 10 handelt laut Skrjabin von Insekten, die „aus der Sonne geboren“ würden als „Küsse der Sonne“. In impressionistisch schillernden Klängen lässt Skrjabin seine Vision einer modernen, sich von tonalen Strukturen ablösenden Musik erklingen. Als musikalischen Partner konnte Martin Schläpfer erneut Denys Proshayev gewinnen, der das Publikum bereits als Solist in „Drittes Klavierkonzert“ begeisterte. Der weißrussische Pianist, 1. Preisträger des renommierten ARD-Wettbewerbs in München, ist mittlerweile als Konzertpianist wie als Kammermusiker auf den wichtigen europäischen Konzertbühnen zu hören. „Es schien mir zwingend, Proshayev zu fragen“, so Martin Schläpfer, „ist er doch im Stande, einen solch magischen geheimnisvollen Anschlag zu produzieren, dass sich Welten auftun.“ Video: Ralph Goertz © Ballett am Rhein