MARSCH, WALZER, POLKA MUSIK „An der schönen blauen Donau" Walzer op. 314 und „Annen-Polka" op. 117 von Johann Strauß (Sohn), „Sphärenklänge" Walzer op. 235 von Josef Strauß, „Radetzky-Marsch" op. 228 von Johann Strauß (Vater) CHOREOGRAPHIE Martin Schläpfer MUSIKALISCHE LEITUNG Christoph Altstaedt KOSTÜME Thomas Ziegler LICHT Thomas Diek Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg Düsseldorfer Symphoniker Premiere: 16. Oktober 2009, Opernhaus Düsseldorf im Rahmen des Ballettabends b.01 Die Musik keiner anderen Stadt trägt diese Möglichkeit in sich, in einem einzigen Takt alles auszudrücken: den Heurigen, das (wohlige) Aussetzen des Herzschlags, den Blick in die Unendlichkeit - und dasjenige dahinter. Strauß, Vater und Söhne, das heißt: Walzertraum und Tanzekstase, Unterhaltung und Selbstbefreiung, aber auch Melancholisches, Versponnenes, oft Ausbrechendes bis hinein in die Hysterie - eine Musik, die auch die Nachtseiten kennt, so gefährlich wie süß ist. „Dass alle Sehnsucht größer ist als die Erfüllung, und dass gerade die übergroße Leidenschaft das Scheitern bedingt, selten hat man das so genüsslich seziert gesehen", schrieb die Stuttgarter Zeitung über Martin Schläpfers ebenso liebevollen wie ironisch-distanzierten Blick auf die ganz eigene Musik-, Tanz- und Befindlichkeitskultur der österreichischen Metropole in seinem „Wien-Ballett" „Marsch, Walzer, Polka". Sie kreiseln mit imaginären Partnern, wiegen sich im Spagat, entdecken die lauernde Verzögerung des Tangos für den Walzer und den Spitzenschuh als gefährliche Waffe, begegnen sich wie sommernachtstrunkene Schlafwandler, verlieren die Nerven und bekommen schlotternde Knie, statt stramm und strahlend vor einem imaginären k. & k.-General zu defilieren - die Tänzerinnen und Tänzer in „Marsch, Walzer, Polka". Fern aller Opernballklischees gelingt Martin Schläpfer eine feinsinnige Ausbalancierung des so wienerischen Zwiespalts zwischen Euphorie und Melancholie, großem Gefühl und Komik.