Der Siebenbürger Miklós Bánffy (1873-1950) gehört zu jenen Schriftstellern, deren Werk aus politischen Gründen lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Seine Wiederentdeckung ist u. a. dem Klausenburger Verlag Polis und den fremdsprachigen Übersetzungen seiner Siebenbürgischen Trilogie zu verdanken. Bánffys 140. Geburtstag bot zudem einen willkommenen Anlass, im Rahmen mehrerer Veranstaltungen das Interesse für sein Leben und Schaffen neu zu wecken. Nach dem 2012 erschienenen ersten Teil seines Opus, Die Schrift in Flammen, kann das deutsche Publikum nun auch den zweiten Band, Verschwundene Schätze, in die Hand nehmen. Das dichte gesellschaftliche Panorama, das der Kritik an der ungarischen Politik der Jahrhundertwende nicht entbehrt, präsentiert eine Welt vor ihrem Untergang, den ihre Akteure kaum wahrgenommen haben. Aus dem Roman liest der Literatursprecher Helmut Becker.