1 Im tiefen Inneren des Richmond-Palastes, an einem kalten Märzmorgen im Jahr 1603, entdeckten Höflinge etwas, das ihnen das Blut in den Adern gefrieren ließ. Unter den persönlichen Besitztümern der mächtigsten Monarchin Englands fand sich ein Brief, ein Dokument, dessen Inhalt so verstörend war, dass er sofort vor der Öffentlichkeit verborgen wurde. Königin Elisabeth I., die Jungfräuliche Königin, die England 45 Jahre lang regiert hatte, war unter weitaus finstereren Umständen gestorben, als Geschichtsbücher es wagen zu enthüllen. Was sie in diesem Brief fanden, deutete darauf hin, dass ihr Tod nicht das friedliche Ableben einer alternden Monarchin war, sondern der Höhepunkt jahrzehntelanger langsamer, absichtlicher Vergiftung – möglicherweise durch ihre eigene Hand. 2 Die Frau, die die Spanische Armada besiegt, England in eine Seemacht verwandelt und einer ganzen Ära ihren Namen gegeben hatte, verbrachte ihre letzten Jahre als Gefangene ihrer eigenen Eitelkeit. Das Make-up, das sie verwendete, um ihre legendäre Schönheit zu bewahren, könnte das Instrument ihres Untergangs gewesen sein. Doch die Wahrheit hinter Elisabeths Tod reicht tiefer als kosmetische Vergiftung. Sie führt in die dunkelsten Ecken der Tudor-Politik, wo Überleben Täuschung bedeutete und selbst Königinnen vor denen, die ihnen zu dienen vorgaben, nicht sicher waren. 3 Dies ist nicht die Geschichte von Gloriana, die Sie in der Schule gelernt haben. Dies ist die Geschichte einer Frau, gefangen zwischen den unmöglichen Anforderungen von Macht und Weiblichkeit, deren verzweifelte Versuche, ihr Image zu bewahren, sie alles gekostet haben mögen. Die Beweise deuten darauf hin, dass Elisabeth I. nicht einfach starb – sie wurde langsam ermordet, möglicherweise durch ihre eigenen Entscheidungen, in einem der längsten und tragischsten Enden der Geschichte.