Ernst Friedrich Richter (1808 - 1879) - Fantasie und Fuge a-Moll für Orgel Op.19

Ernst Friedrich Richter (1808 - 1879) - Fantasie und Fuge a-Moll für Orgel Op.19

0:05 Phantasie - Allegro moderato 3:46 Phantasie - Adagio 8:27 Phantasie - Allegro vivace - Tempo I 11:03 Fuge - Allegro moderato - animato - Adagio - Tempo I - Adagio Ernst Friedrich Richter (1808 - 1879) war ein deutscher Organist, Komponist, Musikpädagoge und Thomaskantor. Richter, geboren 1808 in Großschönau bei Görlitz, studierte zunächst Theologie in Leipzig. Bald darauf wandte er sich ganz der Musik zu und wurde 1843 als Lehrer für Harmonielehre am königl. Konservatorium in Leipzig angestellt, stand damit als einer derersten sechs ordentlichen Lehrer dieser Institution auf einer Stufe mit Schumann und Mendelssohn. Bis 1847 leitete er auch die Singakademie der Stadt, es folgten Stationen als Organist an der Peterskirche (1851) der Neukirche (ab 1862) und schließlich der Nikolaikirche (ab 1863), wo viele seiner Kompositionen durch die gerade neu erbaute Ladegast-Orgel inspiriert wurden. 1868 wurde Richter als Nachfolger von Moritz Hauptmann zum Thomaskantor berufen. Damit verbunden war eine Ernennung zum Professor sowie zum Universitäts-Musikdirector, u.a. unterrichtete Richter Hugo Riemann, den späteren Lehrer Max Regers. Richter starb 1879 in Leipzig, anerkannt und geehrt von seinen Zeitgenossen. Sein musikalisches Oeuvre umfasst Motetten, Messen für Chor und Orchester, Psalmen, doppelchörige Werke, Lieder, Streichquartette und diverse Orgelwerke. Stilistisch sind Richters Kompositionen, getreu seiner musiktheoretischen Auffassung, auf dem Boden der "alten" Generalbasspraxis erwachsen, zeigen deutliche Anleihen an die Musik Bachs, ohne dabei die romantische Tonsprache zu vernachlässigen, gleichzeitig zeigen seine Werke großen Erfindungsreichtum und kontrapunktisches Können und sind damit durchaus lohnenswert zum Entdecken! Phantasie und Fuge für die Orgel a-Moll Op.19, hier vorliegend, ist eine grundsätzlich zweiteilige, in sich aber mehrmals unterteilte Komposition. Stürmisch, mit Sechzehntelbewegungen eröffnet, später durch Akkordblöcke unterbrochen und in punktierten, drängenden Rhythmen weitergeführt, zeigt sich der erste Satz der Fantasie, das Kopfmotiv der Sechzehntelbewegungen wird mehrmals wieder aufgenommen, gestützt, durch paukenartige Pedal-Viertel. Es folgt atacca ein bewegendes Adagio mit deutlichen Anleihen an die Tonsprache eines Felix Mendelssohn, er moduliert tonzentral über einen Liegeton "c" von a-Moll in ein melancholisch-dunkles As-Dur. Es folgt der dritte Satz, wuchtig eröffnet mit Akkordblöcken, mit einer Wiederaufnahme des drängenden, punktierten Motivs aus dem 1. Satz. Einzelne, choralartige, leisere Abschnitte unterbrechen dieses Gefüge, um ann über ein markantes, punktiertes Pedalsolo wieder in das Anfangsmotiv des Werkes zurückzuführen. Die folgende Fuge mit ihrem melancholischen Thema ist kontrapunktisch und musikalisch reich, wechselt zwischendrin in eine zweite Fuge, animato, bevor beide Themen kombiniert werden - das klassische Schema einer Doppelfuge. Das Ganze mündet in ein freies, phantasieartiges Ende mit Laufwerk in allen Stimmen, unterbrochen durch mächtige, monolithische Akkordsäulen, ehe das Werk mit einem finalen Triller wieder in a-Moll endet. Gespielt von Johannes Richter auf der Rühlmann-Orgel (Op.438, 1930, III/43) de Lutherkirche in Halle/Saale. Alle Verwendung von Daten, Bildern und Texten bedarf meiner Genehmigung.